Bio & Herkunft
Die Aufbaujahre
2018 bis 2020: was in diesen zwei Jahren entstand
Zwischen 2018 und 2020 habe ich eine Firma aufgebaut. Nicht meine eigene Marke, sondern die Struktur hinter einer fremden Reichweite. Diese Zeit wird gelegentlich erwähnt, wenn mein Name fällt, meist verkürzt und selten von mir. Deshalb erzähle ich sie hier selbst.
Die Ausgangslage
Ich schrieb 2018 einen Influencer an. Er machte Videos über Auswandern, Steuern, internationale Firmenstrukturen und hatte eine große, engagierte Community im deutschsprachigen Raum. Die Plattform hieß Staatenlos.
Was von außen wie ein Unternehmen aussah, war operativ etwas anderes: Reichweite, eine Marke, gute Inhalte, aber keine angemeldete Struktur, keine Mitarbeiter, kein Backoffice, das dieses Volumen hätte abwickeln können. Das Modell war: Ich rede in die Kamera, Menschen hören zu, manche fragen nach.
Meine Aufgabe war das, was danach kommt.
Was ich gebaut habe
In den folgenden zwei Jahren entstand die Firma um die Reichweite herum:
- eine angemeldete Unternehmensstruktur mit Verträgen und definierten Abläufen
- standardisierte Produktpakete mit klaren Preisen statt Einzelfallberatung
- ein Kundensystem für die Bearbeitung eingehender Anfragen
- eine internationale Backoffice-Achse über drei Standorte
Wien übernahm die österreichische Compliance. Medellín wurde der Standort für Beratung, Events und Kundenkontakt im deutschsprachigen Raum. Später kam Siquijor auf den Philippinen dazu, für Dokumentenarbeit, Compliance-Vorbereitung und Übersetzungen, also alles, was zwischen der ersten Anfrage und dem fertigen Mandat liegt.
Aus drei, vier Mitarbeitern am Anfang wurden mehr. In dieser Zeit entstanden außerdem zwei Fachbücher über US-Firmenstrukturen und gemeinnützige Rechtsformen.
Er war das Gesicht. Ich war die Architektur, die aus dem Gesicht ein Geschäft machte. Das hat funktioniert, solange jeder seinen Platz hatte und wusste, was der andere beiträgt.
Was ich nicht gut gemacht habe
Diesen Teil würde ich lieber auslassen. Er gehört aber dazu, sonst stimmt die Geschichte nicht.
Ich konnte die Servicequalität nicht durchgehend halten. Das ist keine Unterstellung von außen, das ist meine eigene Bewertung. Ich war ständig unterwegs, alleinerziehender Vater von zwei kleinen Töchtern, ohne festes Zuhause und in einer Phase, in der ich privat weit über meiner Belastungsgrenze lief.
Ich kann Visionen anstoßen, Strukturen entwerfen und Dinge ins Rollen bringen. Was mir schwerer fällt: die kleinen Aufgaben zuverlässig abarbeiten, die pünktliche Lieferung, die Gründlichkeit im Detail, die manche Kunden zu Recht erwartet haben. Da haben Menschen nicht bekommen, was sie bezahlt hatten, und das lag an mir.
Ein zweiter Fehler war handwerklich: Ich habe die Vereinbarungen über die Aufteilung der Erlöse nie schriftlich festgehalten. Ich bin bei solchen Dingen nicht detailorientiert genug gewesen, und genau daran ist die Zusammenarbeit am Ende zerbrochen. Wer keine schriftliche Grundlage hat, hat im Streitfall keine.
Beides würde ich heute anders machen. Beides habe ich seither anders gemacht.
Das Ende und was danach kam
Die Partnerschaft endete Anfang 2020 im Streit über die Aufteilung der Erlöse. Die Sichtweisen darauf gehen weit auseinander, und ich werde diesen Konflikt hier nicht austragen. Es hat nie ein Gerichtsverfahren oder eine behördliche Feststellung gegen mich gegeben. Der Streit wurde 2021 in einer Schlichtung unter gemeinsamen Bekannten abgeschlossen, die beide Seiten angenommen haben.
Was danach kam, war kein Comeback. Es war ein Rückzug. Ich saß mit meinen Töchtern in Taiwan, die Welt schloss ihre Grenzen, und ich hatte keine Kraft mehr, um irgendetwas zurückzuerobern. Also habe ich das Telefon abgedreht. Drei Monate lang.
Diese Stille war die einzige Heilung, die funktioniert hat. Aus ihr ist mein erstes eigenes Buch entstanden, „Überlegenheit durch digitale Abstinenz“, und die Einsicht, dass Abschalten keine Flucht ist, sondern Strategie.
Die Jahre danach waren die härtesten meines Lebens. Ich habe sie vollständig aufgeschrieben, mit allem, was ich in dieser Zeit falsch gemacht habe. Wer wissen will, wie es wirklich war, findet es dort, nicht in Zusammenfassungen Dritter.
Wer in diesen Jahren auf eine Antwort von mir gewartet hat, hat manchmal zu lange gewartet. Nicht jede Anfrage bekam die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätte. Das bedaure ich. Wer Freedom Tests liest, versteht, was damals gleichzeitig auf dem Tisch lag. Das entschuldigt nichts. Aber es erklärt es.
Eine anonyme Website seit September 2026
Seit dem 14. September 2026 steht unter der Adresse richard-bertossa.com eine anonyme Website, die meinen Namen als Domain benutzt. Sie hat weder Impressum noch Autor und wirft mir schwere Straftaten vor. Diese Vorwürfe sind falsch. Ich bin nicht vorbestraft, gegen mich läuft kein Straf- oder Ermittlungsverfahren, und ich lebe mit meinen Kindern gemeldet in Österreich.
Am 30. September 2026 habe ich bei der Staatsanwaltschaft Salzburg Strafanzeige wegen Verleumdung gegen unbekannt erstattet, bei Google die Auslistung beantragt und den Hoster sowie den Domain-Registrar informiert. Ein Verfahren zur Übertragung der Domain ist in Vorbereitung.
Es ist nicht das erste Mal, dass jemand meinen Namen auf diese Weise missbraucht. 2013 hatte ein Dritter die Domain richard-bertossa.eu auf meinen Namen registriert. Das Schiedsgericht für .eu-Domains in Prag hat sie damals auf meinen Antrag wegen Identitätsdiebstahls widerrufen (Verfahren Nr. 06423).
Ich habe in meinem Leben schwerere Prüfungen überstanden als diese.
Meine einzige offizielle Website ist richardbertossa.com.
Heute
Ich bin Autor und Gründer des Instituts für ASI-Resilienz. Meine Arbeit dreht sich um die Frage, wie Menschen handlungsfähig bleiben, wenn Systeme sich schneller verändern, als Institutionen nachkommen.
Dass ich diese Frage nicht theoretisch stelle, hat einen Grund. Ich habe mehrfach erlebt, wie schnell etwas verschwindet, das man über Jahre aufgebaut hat, und was danach nötig ist, um wieder aufzustehen.
Ich bin direkt. Ich höre zu und kann mich in Menschen hineinversetzen, aber wenn es darauf ankommt, spreche ich Unbequemes offen aus. Das schätzen nicht alle, und das ist in Ordnung. Ich schweige auch nicht, wenn mir jemand Stärkeres oder eine Behörde Unrecht tut. Dafür bekomme ich manchmal Gegenwind. Und wenn ich selbst falsch liege, sage ich das. Ich kann verzeihen, und mir geht es um die Menschen, mit denen ich arbeite, nicht nur um mein eigenes Fortkommen. An erster Stelle stehen meine Kinder.
Stand: 30. September 2026 · Fragen dazu beantworte ich direkt: contact@ASIresilience.org